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Hand & Leute

Fotos
Manfred Jarisch

Text
Stefanie Kern

Diese Hände sind Audi

Sie stehen für Können und Geschick, für Perfektion aus Erfahrung, für Arbeit mit Leidenschaft. Jeder Audi ist das Werk vieler Hände, vom Design bis zur Qualitätssicherung, von der Entwicklung bis zur Produktion. Sechs Beispiele, stellvertretend für mehr als 68.000 Mitarbeiter im Unternehmen.

Lackiererei

Werner Schirmer
Komponentenlackierer

Wo es die Arme der Roboter nicht ­schaffen, sind die Hände von Werner Schirmer gefragt – auch wenn diese unter einem staubdichten Schutzanzug ­scheinbar ­verschwinden. Konzentriert trägt der 47-Jährige aus der Kompo­nenten­lackiererei im Motorraum, auf der Innenseite der Motorhaube und an der B-Säule Füller auf: eine Schicht, die kleine Unebenheiten ausgleicht, bevor der Lack dem Auto seine einheitliche Farbe verleiht. „Die Dicke des Lacks muss stimmen, nur so ist der Audi bestens gegen Rost und Beschädigungen geschützt“, erklärt er. Seit 1984 ist Schirmer bei Audi in Ingolstadt – bald 29 Jahre, in denen er die Entwicklung der Modellpalette vom Audi 80 und Audi 100 bis heute mit seinen Händen begleitet hat.

Qualität

Jörg Bernhardt-Moggl
Qualitätssicherer
Werkstofftechnik Interieur

Wenn Jörg Bernhardt-Moggl neues Leder zur Prüfung bekommt, dann ist das Erste, was er tut: Fühlen! Sorgfältig streicht er über das Naturmaterial, das vor ihm liegt. Seit 2011 arbeitet der 41-Jährige bei der Audi-Qualitäts­sicherung im Bereich Werkstofftechnik Interieur. Rund 45 Prüfungen, zum Beispiel Dehnungs- oder Belichtungstests, muss das Leder bestehen, bevor es als Sitzpolster oder an belederten An­­bauteilen wie dem Schaltknauf in einem Audi eingesetzt wird. Für Bernhardt-Moggl ist dennoch der erste, subjektive Eindruck immer der wichtigste. Stimmen Optik und Haptik des Leders? Und wie muss sich qualitativ gutes Leder anfühlen? „Angenehm, geschmeidig und natürlich! Insbesondere am Lenkrad …“

Werkzeugbau

Reinhold Kraus
Werkzeugbauer

Konzentriert kniet Reinhold Kraus auf dem großen, silbern glänzenden Werkzeug in der Einarbeitungspresse. Für das bloße Auge sind die minimalen Unebenheiten gar nicht mehr sichtbar. Doch beharrlich glättet der 52-jährige Werkzeugbauer die Oberflächen weiter, poliert sie ruhig und akribisch – und das alles von Hand. Seit 38 Jahren arbeitet Kraus bei Audi, auch seine Ausbildung hat er in Ingolstadt absolviert. Das kommt ihm bei seiner Arbeit zugute, denn langjährige Erfahrung und ein enorm feiner Blick für kleinste Details sind im Werkzeugbau elementar. „Das A und O in meiner Arbeit ist die perfekte Oberfläche des Werkzeugs, sie ermöglicht die Qualität“, erklärt Kraus: „Da kommt es auf höchste Genauigkeit an!“

Produktion

Sabine Heier
Montage Audi A3

Ein paar Sekunden dauert es, bis Sabine Heier den Kabelbaum vorbereitet und flink in die Beifahrertür des neuen A3 montiert hat. Die Finger in den weißen Arbeits­handschuhen verschwinden in den Öffnungen – und kommen blitzschnell mit dem Ende des Kabels wieder heraus. Im Jahr 2000 hat die gebürtige Ingol­städterin ihre Ausbildung bei Audi begonnen, 2003 ist sie in die Türen­montage gewechselt. „Eine Tür ist ja nicht nur eine Blechhülle. Da steckt ein Haufen Technik drin“, erklärt die 29-Jährige ihren Arbeitsplatz: die Steuergeräte für die Zentralverriegelung, die Fensterheber oder die Lautsprecher, aber auch die Kabel für die Blinker­be­leuchtung und den Außen­spiegel. Da ist echte Finger­fertigkeit gefordert!

Batterie-Technikum

Melanie Bentner
Industrieelektronikerin

370 Volt Spannung stecken in der Batterie, an der Melanie Bentner gerade arbeitet. Doch die 34-Jährige mit den zarten, langen Fingern in orangenen Handschuhen kann damit perfekt umgehen. Seit einem Jahr arbeitet die Industrieelektronikerin im Audi Batterie-Technikum. Fünf Monate dauerte es, bis Bentner alle nötigen Schulungen für das „Arbeiten unter Spannung“ absolviert hatte. Nun baut die zweifache Mutter an Batterie-Prototypen. Keine leichte Aufgabe, denn die Anforderungen an sie und ihre Kollegen sind hoch: Die Batterie eines Elektroautos muss leicht und kompakt sein, möglichst viel Energie bereitstellen und etwa zehn Jahre, Tausende von Ladevorgängen und viele tausend Kilo­meter Fahrleistung überstehen.

Design

Volker Ried
Modelleur

Millimeter um Millimeter entsteht hier die Form des Audi crosslane coupé. Das hellbraune Modell des Concept Cars besteht weitgehend aus Plastilin, einer Art Knetmasse, die an Ton oder Wachs erinnert. Diese maßstabsgetreuen Clay-Modelle begleiten als Arbeits- und Präsentationsmittel den Designprozess vom ersten Entwurf bis zur Serienreife. Dafür braucht es viel handwerkliches Geschick und erfahrene Formgestalter wie Volker Ried. Wie bei einer OP wirkt es, wenn der 31-Jährige vorsichtig die Klingen, Messer und Schlingen aus seinem Werkzeugkoffer holt und am Modell ansetzt. „Die Hände sind mein Werkzeug. Ich brauche viel Gefühl, um jede Unebenheit zu ertasten“, erklärt der gelernte Modellbaumechaniker.