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Audi Future Performers

Text 
Johannes Köbler

Illustrationen
Steven Pope

Unter Strom gesetzt

Vom elektrisch angetriebenen Verdichter bis zum Le-Mans-Rennwagen –
E-Maschinen sind bei Audi stark im ­Kommen, ob auf 48-Volt- oder auf ­Hochvolt-Basis. Sechs Beispiele.

G

Audi A4 Avant g-tron
Das neue g-tron-Modell fährt CO2-neutral mit Audi e-gas, das mithilfe von regenerativ erzeugtem Strom produziert worden ist. Audi verfolgt hier einen ganz eigenen Weg in die Mobilität der Zukunft.

Audi A4 Avant g-tron

Das neue g-tron-Modell, das 2016 auf den Markt kommt, hat als Antrieb zwar einen TFSI, der mit fossilem und syntheti­schem Erdgas läuft, im Endeffekt jedoch dient Strom als primäre Energie­quelle – sogar grüner Strom aus Wind­kraft.

Der Fahrer des Audi A4 Avant g-tron kann an vielen deutschen Erdgas-Tank­stellen mit einer Audi e-gas-Karte tanken, die als Bilanzierungsinstrument dient. Die Menge Gas, die er tankt, wird von der Audi e-gas-Anlage wieder ins Netz eingespeist; sie produziert im niedersächsi­schen Werlte mithilfe von Ökostrom syn­thetisches Me­than aus Wasser und CO2. Ebenso wie sein Schwestermodell aus der A3-Reihe ist der neue Audi A4 Avant g-tron beim Betrieb mit Audi e-gas global CO2-neutral unterwegs. Gemein­sam mit spezialisierten Part­nern treibt Audi die Entwicklung weiterer alternativer Treibstoffe – der Audi e-fuels – unter Hoch­druck voran. Bei allen Projek­ten dienen Ökostrom und CO2 als wesentliche Ausgangsstoffe für die Produktion.

Der hocheffiziente 2.0 TFSI des Audi A4 Avant g-tron leistet 125 kW (170 PS). Im NEFZ-Zyklus verbraucht er auf 100 Kilo­meter weniger als vier Kilo­gramm Gas – er fährt also nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch und sportlich.

H

Audi A7 Sportback
h-tron quattro
Der Audi A7 Sportback h-tron quattro bringt eine weitere Zukunfts­technologie ins Spiel: Das „h“ in seinem ­Namenskürzel steht für das Element ­Wasserstoff, also für  den Brennstoffzellenantrieb.

Audi A7 Sportback h-tron quattro

Mit der Technikstudie A7 h-tron quattro zeigt die Marke mit den Vier Ringen, dass sie auch die Brennstoffzellentechnologie beherrscht. Audi kann hier in die Serien­produktion einsteigen, wenn der Markt und die Infrastruktur es rechtfertigen.

Die Audi e-gas-Anlage im niedersäch­si­schen Werlte nutzt Strom aus Wind­­en­er­gie, um Wasser per Elektrolyse in Sauer­stoff und Wasserstoff zu zerlegen. Derzeit entsteht aus diesem Gas in einem weiteren Schritt das Audi e-gas. Künftig aber kann der Wasserstoff dazu dienen, Autos wie den A7 Sportback h-tron quattro anzutreiben – sie fahren dann nicht nur lokal, sondern auch global emissionsfrei.

Der A7 Sportback h-tron quattro ist das erste Brennstoff­zellenauto mit quattro-­Antrieb. Je eine E-Maschine treibt die Vor­der- und Hinterachse an – das e-quattro-Konzept ermöglicht mit 228 kW Spitz­en­leistung und bis zu 540 Nm Dreh­moment sportliche Fahrleis­tungen. Im Heck sitzt eine Lithium-Ionen-Batterie mit 8,8 kWh Kapazität; beim kräftigen Beschleunigen liefert sie starken Extra-Boost. Die vier Wasserstoff-Hochdrucktanks ermöglichen mehr als 500 Kilometer Reichweite und lassen sich binnen drei Minuten komplett füllen.

Audi RS 5 TDI competition concept

Auch das dynamische Coupé hat einen 3.0 TDI unter der Haube – er arbeitet mit einem elektrisch angetriebenen Verdichter auf 48-Volt-Basis zusammen. Das Resultat: satter Schub in jeder Situation.

Audi Q7e-tron 3.0 TDI quattro

Der große SUV, das zweite Modell von Audi mit Plug-in-Hybridantrieb, setzt in seiner Klasse die Maßstäbe. Ein V6-TDI und eine starke E-Maschine liefern souveräne Kraft – bei minimalem Verbrauch.

R

Audi R18
Motorsport ist fester Bestandteil der Audi-DNA. Der R18, der WEC-Rennwagen für die ­Saison 2016, zeigt, welche dynamischen Potenziale im Hybridantrieb stecken.

Audi R18

Auf der Rennstrecke entfaltet die Elektro­mobilität bei Audi ihre volle Dynamik. Beim Audi R18, dem WEC-Rennwagen für die Saison 2016, ist der Hybridantrieb auf die Bedingungen des Motorsports zugeschnitten, dem intensivsten Testfeld für die Se­rien­entwicklung.

Im Gegensatz zum Vorjahr startet Audi 2016 in der Klasse bis sechs Mega­joule – der neue Sportprototyp, der weiterhin einen V6-TDI mit vier Liter Hubraum besitzt, kann pro Runde wesentlich mehr Energie rekuperieren als sein Vorgänger. Als Stromspeicher dient eine Hochvolt-Batterie, sie löst den Drehmassenspeicher des R18 e-tron quattro ab. Auch die Aero­dynamik des Audi R18 präsentiert sich von Grund auf neu entwickelt.

Motorsport ist fester Bestandteil der AudiDNA – seit 35 Jahren erprobt die Marke mit den Vier Ringen neue Techno logien im Wettbewerbseinsatz. Das 24-Stunden-Rennen von Le Mans und die FIA-Langstrecken-Weltmeisterschaft WEC sind entscheidende Testfelder, denn hier fördern die Verantwortlichen des Reglements technische Neuerungen gezielt.

E

Audi Q7 
e-tron 3.0 TDI quattro
6,2 Sekunden von null auf 100 km/h, aber nur 1,8 Liter Verbrauch auf 100 Kilometer im NEFZ-Zyklus – der Q7 e-tron 3.0 TDI quattro bringt mit seinem Plug-in-Hybridantrieb das Beste aus zwei Welten zusammen.

Audi Q7 e-tron 3.0 TDI quattro

Starke Beschleunigung, 230 km/h Höchst­geschwindigkeit und ein minimaler Ver­brauch im Fahrzyklus – 2016 rollt der vielseitige Audi Q7 e-tron 3.0 TDI quattro zu den Kunden. Der große SUV ist der weltweit erste Plug-in-Hybrid mit einem V6-TDI-Motor und quattro-Antrieb.

Der Dreiliter-Diesel und die E-Ma­schine geben zusammen 275 kW (373 PS) Systemleistung und 700 Nm Drehmoment ab. Der Elektromotor bringt alleine 94 kW und 350 Nm auf. Im rein elektrischen Be­trieb beträgt die Reichweite 56 Kilometer, mit dem 75 Liter großen Tank ist eine Ge­samt­reichweite von bis zu 1.320 Kilo­me­tern möglich.

Das Thermo­management­sys­­­­tem mit der integrierten Wärme­pumpe, die speziell für den Audi Q7 e-tron entwickelt wurde, nutzt die Abwärme der elektrischen Kom­ponenten. Audi bringt die­se Technologie als erster Hersteller weltweit in einem Plug-in-Hybridmodell in Serie. Die MMI Navigation plus arbeitet eng mit dem Hy­bridmanagement zusammen, und der Prä­diktive Effizienz­assistent hilft mit seinen Nahumfeld-Informationen beim Kraft­stoff­sparen. Auch diese beiden Systeme zahlen stark auf das Effizienz-Konto ein.

Audi RS 5 TDI
competition concept

Der Technologie­träger ist eines der schnellsten und stärksten Dieselautomobile der Welt. Einen großen Beitrag dazu leistet sein ­neu­artiger elektrisch angetriebener Verdichter.

Audi RS 5 TDI competition concept

Der RS 5 TDI competition concept basiert auf einer Studie, die Audi 2014 zum 25-­jährigen Jubiläum des TDI-Motors vorgestellt hat. In der jüngsten Evolutionsstufe kommt der Dreiliter-TDI-Biturbo auf 320 kW (435 PS) und 800 Nm Drehmoment – genug, um in 4,0 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h zu sprinten. Im Sommer un­terbot der dänische Rennfahrer Nicki Thiim auf dem Sachsenring mit dem Audi RS 5 TDI competition concept, der 241 Kilo­gramm leichter baute als das Serien­mo­dell, die von Auto Bild Sportscars ermittelte Rekordzeit für Diesel-Autos um 1,87 Sekunden.

Als Schlüsselinnovation fungiert zu­sätzlich zu den beiden Abgas­turbo­ladern ein elektrisch angetriebener Ver­dichter (EAV). Ein kleiner Elektromotor mit sieben kW Leistung beschleunigt das Turbinen­rad in 250 Millisekunden bis auf 72.000 1/min. Dank der EAV-Tech­no­logie steht beim RS 5 TDI competition concept in jeder Fahr­situ­ation schnell hoher Ladedruck zur Ver­fü­gung.

Für die Energieversorgung nutzt der EAV ein 48-Volt-Teilbordnetz. Es ermög­licht die schnelle Übertragung von größeren elektrischen Energiemengen und ist ein wesentlicher Baustein in der Elektri­fi­zie­rungs­strategie von Audi.

Audi TT
clubsport turbo concept

Bei Vollgas aus dem Stand heraus gewinnt der Audi TT clubsport turbo concept gegenüber einem kon­ventionellen ­Rivalen auf den ­ersten 2,5 Sekunden sechs Meter. Grund auch hier: die neue EAV-Technologie.

Audi TT clubsport turbo concept

Mit der optisch und akustisch spektakulären TT-Technikstudie zeigt Audi, was der elektrisch angetriebene Verdichter (EAV) im Zusammenspiel mit einem TFSI-Motor zu leisten vermag. Der 2,5 Liter große Fünf­zylinder-Turbo, der 441 kW (600 PS) und 650 Nm Drehmoment abgibt, erledigt den Standardsprint in 3,6 Sekunden – speziell seine Anfahr-Performance ist gewaltig.

Im unteren Drehzahlbereich steigert der elektrisch angetriebene Ver­dichter das Drehmoment um bis zu 130 Nm. Er erhöht immer dann den Lade­druck, wenn für den konventionellen Abgasturbolader zu wenig Antriebs­ener­gie im Abgas zur Verfügung steht. Das erlaubt es, den herkömmlichen Lader stärker auf hohe Ladedrücke und ­da­mit auf hohe Motorleistung auszulegen. Der 2.5 TFSI baut seine Kraft ohne jede wahrnehmbare Verzögerung auf – sie steht beim Gasgeben in jeder Situation zur Verfügung.

Für die Stromversorgung des EAV sorgt ein eigenes 48-Volt-Teil­bord­netz. Eine kompakte Lithium-Ionen-Batterie im Ge­päckraum speichert die Energie, die im Schubbetrieb per Rekuperation gewonnen wird. Ein DC/DC-Wandler stellt den An­schluss zum 12-Volt-Bordnetz her.