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Ulrike Myrzik

Text
Johannes Hofsommer

Die wichtigsten Werkzeuge im Audi Design

Träume werden durch sie Wirklichkeit – von der Idee bis hin zum Plastilinmodell eines Prototypen. Sie sind die Garanten perfekter Formvollendung und von unschätzbarem Wert: die goldenen Werkzeuge des Audi Design …

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Zeichenstifte: Eine Idee, ein Stift ein Traum – automobile Zukunft.

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CAD Modeling: Trockene Informatik trifft auf pure Kreativität.

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Der Traumdeuter
Linien müssen fließen, sagen die Designer. Schwungvoll und zugleich behutsam gleiten die Zeichenstifte der Formexperten über das Papier. Nach und nach entwickelt sich aus den Linien eine Skizze, die mehr einem Kunstwerk ähnelt als einer einfachen Vorlage für das spätere Modell. Vom Bleistift über den Fineliner bis hin zum Marker – die Vielfalt der verwendeten Stifte kennt keine Grenzen. Sie sind die ersten Werkzeuge, die den Traum eines Automobils der Zukunft Wirklichkeit werden lassen.

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Das Datenmesser
Von CAD (computer-aided design) sprechen die Experten, von computergesteuertenZeichenprogrammen die Laien. Doch hinter diesen Begriffen verbirgt sich mehr als bloßes Zahlenwerk. Der Computer nutzt die Software, um aus den Daten ein erstes virtuelles Modell in 2D auf den Schirm zu zaubern. Die Wandlung der Zahlen in sicht- bare Ergebnisse ist dabei nur der Anfang eines Prozesses, an dessen Ende ein plastisches 3D-Modell steht.

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Zeichenstifte

In verschiedensten Variationen verleihen sie den
Gedanken der Designer Ausdruck.

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CAD Modeling

Bevor das Modell in Realität entsteht, wird es
dank modernster Computertechnik auf Monitoren
sichtbar.

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CNC-Fräse: Der verlängerte Arm des Computers.

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Rakes: Glatte Flächen und geschwungene Formen sind ihr Ding.

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Der Formenschneider
Sie ist der verlängerte Arm des Computers im Audi Design:
die CNC-Fräse. Die Daten des CAD Modelings nutzend, bringt sie mit ihren Bohr- und Fräsköpfen das Plastilin – den Baustoff, aus dem die Designerträume sind – in eine Grundform. Per Joystick ans Plastilin angesetzt, arbeitet sie auf den Nanometer genau. Das entstehende 3D-Modell dient den Formgestaltern als Grundlage von Hand.

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Der Taktgeber
Glatte Flächen und geschwungene Formen erfordern ein höchstes Maß an Präzision. Sie gehören mit zu den herausforderndsten Aufgaben eines Formgestalters. Und doch benötigen die Experten von Audi Design dazu keine computer- oder datengestützten Werzeuge, sondern traditionelle Schaber. Diese „Rakes“, wie die Modelleure die triangelförmigen Instrumente nennen, werden in den Händen der Formgestalter zu Präzisionsgeräten. Behutsam und taktvoll eingesetzt, geben sie dem Modell die spätere Form vor, so wie ein Dirigent seinem Orchester den Takt.

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CNC-Fräse
Sie fräst und fräst und fräst. Am Ende jedoch steht
sie: die plastische Grundform des Modells.

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Rakes
Schicht für Schicht „tasten“ sich die Formgestalter
mit diesen Schabern an die gewünschte Form heran.

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Heißluftfön:
So wird die Arbeit der Formgestalter butterweich.

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Werkzeugkasten:
Magische Schätze aus fast vergessener Zeit.

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Der Einheizer
Im abgekühlten Zustand ist Plastilin hart, bei 60 Grad Celsius hingegen wird es butterweich und lässt sich in jede gewünschte Form bringen. Daher gehört der Heißluftfön zur Grundausstattung der Formgestalter. Das Werkzeug ermöglicht es, das Modell zu verändern, neues Plastilin aufzutragen oder zuvor verwendetes wieder formbar zu machen. Binnen kürzester Zeit erhitzt der 2.000 Watt starke Fön den Werkstoff, sodass die Arbeit ohne Unterbrechungen fortgeführt werden kann.

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Der Zauberkasten
Der Werkzeugkasten der Formgestalter im Audi Design bietet einen großen Fundus „formvollendender“ Geräte: Modellier- schlingen, die in jeden Winkel passen, Fugeneisen, die kleinste Details sauber herausarbeiten oder sogenannte Window-Mäuse, die rechte Winkel quasi „mit links“ ins Plastilin zaubern. Auch ein Finisher, der einer winzigen Gartenharke gleicht, sowie Modellierhölzer, die durch sanften Druck den Wertstoff in jede gewünschte Form bringen, sind Bestandteile dieses magischen Schatzes.

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Stereolithography Apparatus
Daten, Zahlen, Parameter formen wie „aus dem Nichts“ Modelle: Die SLA-Maschine macht es möglich.

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Design-Tapes
Formen zu erahnen ist schwer. Formen abzukleben erleichtert daher die Feinarbeit der Modelleure.

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SLA-Maschine: Wie „aus dem Nichts“ Modelle entstehen.

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Design-Tapes: Sie bringen Farben ins Spiel und verleihen Träumen Gestalt.

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Die Wundermaschine
Die Abkürzung SLA steht für Stereolithography Apparatus. So kompliziert, wie der Name klingt, ist auch seine Aufgabe: Aus den Daten des CAD-Modellierungsverfahrens errechnet die Stereolithografie-Maschine eine Bauanleitung einzelner Modellteile. Dabei bilden die Daten die Basis für einen Vorgang, der an Zauberei zu grenzen scheint. Scheibchenweise trägt ein Feststofflaser eine Schicht Epoxidharz nach der anderen auf, bis wie „aus dem Nichts“ ein 3D-Modell entstanden ist. Es dient später den Modelleuren dazu, einzelne Anbauteile wie seitliche Lufteinlässe in ihr Plastilinmodell zu integrieren.

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Die bunten Bänder
Um Kontraste, Wellen und Schwünge auf dem hautfarbenen Plastilinmodell wahrnehmbar zu machen, sind sie unersetzlich: die Design-Tapes. Jede Farbe übernimmt eine bestimmte Funktion. Schwarz lässt Kontraste des später lackierten Modells sichtbar werden. Blau dient zur Linienfindung für den Modelleur. Braun unterstützt die Formen. Rot und Weiß dienen zur Markierung markanter Punkte. Um diese noch detaillierter herauszustellen, arbeiten die Modelleure mit ihren Werkzeugen an diesen perfekt abgeklebten Linien entlang.

Clay-Klingen:
Das Herzstück bei der Arbeit am Modell. Einfühlsam
eingesetzt, geben sie den letzten Schliff.

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Der letzte Schliff
Leicht, biegsam und an einer Schneide gezahnt: Die Clay-Klingen sind das Herzstück des Formgestalter-Werkzeugkastens. In unzähligen Varianten und individuell angepasst ermöglichen die hauchdünnen Platten und Plättchen aus Federstahl die perfekte Formgebung – lässt sich die bearbeitete Form durch sie hindurch doch regelrecht erfühlen. Millimeter für Millimeter tragen die Modelleure mit den Clay-Klingen Schichten des Plastilins ab. So bekommt das Modell seinen letzten Schliff. Um schließlich die Prüfung zu bestehen, die ein Audi- Modell auf die Straßen der Welt bringt.

Audi Design

Hand in Hand
So unterschiedlich und speziell die Werkzeuge im Audi Design sind, so unterschiedlich sind auch die Menschen, die mit ihnen arbeiten. Damit am Ende eines Entstehungsprozesses aber ein Modell wie aus einem Guss entsteht, setzt Audi Design auf Austausch und Vernetzung. Ganz nach dem Leitspruch: In einem Team entstehen die besten Ideen. Die Kompetenzen jedes Einzelnen, vom Designer bis zum Formgestalter, fließen dabei zusammen. Kreativität, Handwerkskunst und Hightech gehen so bei Audi Design Hand in Hand. Von der ersten Skizze bis zum letzten Schliff. Die Experten mit all ihren kreativen und technischen Kompetenzen arbeiten dabei zusammen. Zusammen an dem Automobil von morgen.