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Allround-Talent

Text
Sabrina Kolb

Fotos
Ulrike Myrzik

Hightech am Rad

Für viele Autofahrer sind große Räder mit sportlichem Aussehen unverzichtbar. Doch es handelt sich dabei nicht nur um begehrte Designobjekte, sie stecken auch voller innovativer Technologie. Fünf markante Beispiele aus dem Audi-Programm.

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Hybridrad – Audi A5

Das Leichtmetallrad im 5-Arm-Y-Design ist ein klares Erkennungszeichen vieler Audi-Modelle. Für die jüngste Generation des Audi A5 wurde es als Hybridrad nun technologisch auf eine höhere Stufe gehoben. Die Felgensektion des zweiteiligen Rades wird im Extrusionsverfahren hergestellt. Das feste Basismaterial wird hierbei unter Druck in Form gepresst. So entsteht zunächst ein Rohr, das anschließend in seine endgültige Form ge walzt wird. Die nach außen hin sichtbare Speichensektion wird in einem zweiten Schritt aus Aluminium vorgegossen und in einer Kombination aus Pressen und Schmieden in Form gedrückt. Anschließend werden Felgen- und Speichensektion übereinandergelegt und durch sogenanntes Rührreibschweißen (FSW) unter Druck und Temperatur miteinander verbunden. Dank dieses Herstellungsverfahrens werden über drei Kilogramm eingespart. Der enorme Gewichtsvorteil des Rades beeinträchtigt aber in keiner Weise das Design. Die Technik arbeitet hier im Verborgenen. Auf die gleiche Felgensektion lassen sich unterschiedliche Designs aufbringen und verschiedene Farben verwenden. Das exklusiv von Audi angebotene Hybridrad erscheint zunächst in Galvano Grau Metallic. Mit leicht variierter Drehung findet sich das Design der Doppelschleife auch beim Audi A7.

2
Aktives Aero Rad – Audi R8 e-tron

Das aktive Aero Rad des Audi R8 e-tron ist ein großes Stück Innovation auf der Straße: Seine beweglichen Kunststoffverbund-Elemente passen die Aerodynamik des Rades der jeweiligen Geschwindigkeit an. Im Stillstand und bei Geschwindigkeiten von bis zu 60 km/h sind die Zusatzelemente zwischen den Speichen geöffnet und ermöglichen so eine bessere Durchlüftung der Bremse. Bei höheren Geschwindigkeiten schließen sie sich: Der Luftwiderstand wird verringert, der Verbrauch reduziert. Basis des Rads ist eine klassische Fünf-Speichen-Felge – für viele Auto-Fans der Inbegriff von sportlichem Design. Sie wird zunächst vorgeschmiedet und anschließend nachgefräst. Vier weitere Arbeitsschritte folgen: Nach einer schwarzen Lackierung wird das Rad in den Segmenten zwischen den Speichen mechanisch bearbeitet und mit einer Schutzschicht versehen. Dann werden die Speichen glanzgedreht, späteres Schleifen oder Polieren ist so nicht mehr notwendig. Der danach aufgebrachte Klarlack schließlich schützt diese veredelten Oberflächen. Die Kunststoffverbund-Elemente verleihen dem aktiven Aero Rad des Audi R8 e-tron das Aussehen einer Turbine. Die Flügel schließen in jeder Stellung mit der Außenseite des Rades plan ab. Da sich der hintere Teil des Flügels jeweils nach innen öffnet und der vordere nach außen, gibt es erstmals bei Audi linke und rechte Räder.

3
Schmiederad – Audi RS 4

Die Räder der RS-Automobile betonen die kraftvolle Dynamik der sportlichen Topmodelle von Audi: Starke Leistung bei dezentem Understatement und hoher Alltagstauglichkeit. Die weit ausgestellten Radhäuser vieler Audi RS-Modelle schaffen den Freiraum für große Raddurchmesser und breite Reifenformate. Dadurch wird die Speiche tiefer, das Rad wirkt lebendiger, dynamischer, emotionaler. Tiefe und Geometrie verleihen auch dem sonst eher elegant wirkenden Zehn-Speichen-Design ein sportliches Aussehen. Das exklusive Schmiederad bietet eine optimierte Aerodynamik und einen deutlichen Gewichtsvorteil gegenüber herkömmlichen Gussrädern. Sein Rohling wird zu- nächst vorgepresst, bevor – in bis zu sieben Stufen – das Design eingeschmiedet und schließlich das Felgenbett ausgewalzt und bearbeitet wird. Durch sogenanntes Spannungsarmglühen werden die beim Abkühlen entstandenen inneren Spannungen aufgelöst. Dies verhindert, dass das Rad sich bei der Weiterverarbeitung verzieht. Der letzte Arbeitsschritt ist das Lackieren. Das hier abgebildete Rad dient auch als Vorbild für weitere Audi-Modelle und ist optional für den Audi A3, Audi A4 und Audi A5 erhältlich.

4
Gussrad – Audi A1

Das Aluminiumgussrad gehört zum Audi Original Zubehör. Für das Design bedeutet das größeren Spielraum zur Setzung individueller Akzente: Eine noch sportlichere, kantigere Wirkung als beim Serienrad ist das Ziel. Der Charakter des Autos kann so außerdem exakt dem Kundenwunsch angepasst werden – bis hinein in die Auswahl der verschiedenen Farben. Große Genauigkeit und Stabilität gehören zu den Vorteilen der bewährten Aluminiumguss-Technologie. Nach dem In-Form-Gießen wird das Rad durch Glanzdrehen veredelt und lackiert. Die Glanzsegmente sind so ausgerichtet, dass der typische Kreis aufgebrochen wird und durch die Variationen in Ecken und Tiefen ein neuer Eindruck eines Rades entsteht. Unterschiedliche Farben unterstreichen diesen Effekt. Das abgebildete Rad ist für den Audi A1 maßgeschneidert und macht ihn frecher und sportlicher.

5
Aluminium Technologierad – Audi A8

Die zehn Speichen des neuen Aluminium Technologierades scheinen den Reifen direkt festzuhalten, den äußeren Ring der Felge sieht man kaum. Die Technologie bleibt unauffällig, die Wirkung aber ist energiegeladen: Bewegung und Dynamik sind das Thema, schon im Stillstand. Die neue Technologie trennt Funktion und Design. Ein geschmiedetes Zehn-Arm-Aluminiumrad bildet das Grundgerüst, auf dem ein Deckrad aus Kunststoffspritzguss liegt. Beide Teile werden durch Polyurethanschaum dauerhaft miteinander verbunden. Jeglicher Hohlraum zwischen Design und Skelett wird dabei vom Schaum ausgefüllt. Für Sicherheit und Stabilität des Rades ist dies von großem Vorteil. Kleinere Unfälle, etwa das Berühren von Bordsteinkanten, verursachen keine technischen Mängel, da nur das Deckrad, nicht aber die Struktur betroffen ist. Auch der Gewichtsvorteil ist enorm. Das neue Rad spart gegenüber einem vergleichbaren Schmiederad in konventioneller Ausführung 4,4 Kilogramm Gewicht ein – ein technologischer Meilenstein.

Andreas Valencia Pollex Audi Räder-Designer
Obwohl alle Räder rund sind, steckt ein ungeheurer Spielraum für Kreativität dahinter. So wie es stets neue Autos gibt, wird es auch immer neue Räder geben. Die Symbiose von Design und Stand der Technik verschiebt ständig den Rahmen des Machbaren. Das ist der Reiz meiner täglichen Arbeit.

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Audi Design Felgen

Jedes Audi-Modell hat seine eigenen Räder, nur selten werden besonders beliebte Designs auch für mehrere Modelle verwendet. Für die Designer bedeutet das, dass sie pro Modell etwa zehn neue Räder entwerfen müssen. Die Entwicklungszeit und das Testen dauern pro Entwurf bis zu zwei Jahre; erst dann kann das Rad in Serie gehen und am Auto verbaut werden. Wichtig ist, dass das Design des Rades zum Auto passt. Die Proportionen des Rades bestimmen zum großen Teil den Gesamteindruck des Wagens.